
USFC Punitz
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Es war schon immer ein Traum von mir einmal als Pilot eines Flugzeuges am Steuer zu sitzen, dabei die Welt von oben betrachten zu können, frei von allen Sorgen und gleichzeitig die Vorzüge des sichersten und schnellsten Verkehrsmittels zu genießen. Einfach für einen Badetag an die obere Adria fliegen! Aber nicht nur das Fliegen selbst hat mich interessiert sondern auch die technischen und physikalischen Hintergründe eines Flugzeuges.
Ich begann meine Ausbildung nach meinem Studium, als ich bereits im Berufsleben stand. Lang ersehnt hieß es erst einmal den Theorieunterricht in unendlich lang erscheinenden Tagen zu absolvieren. Die Themenbereiche waren umfangreich, aber auch sehr interessant. Angefangen von Aerodynamik über Technik, Meterologie, Luftrecht, betriebliche Verfahren, menschliches Leistungsvermögen, Flugfunk und Navigation erlernte man jegliches Wissen, das für das Fliegen eines Flugzeuges notwendig und wie sich dann später in der praktischen Ausbildung herausstellte sehr wichtig ist. Nach dem Theorieunterricht ging es nun endlich zum praktischen Teil der Ausbildung – dem Fliegen über.
Da ich unter der Woche in Wien beruflich tätig bin, konnte ich die praktische Ausbildung nur an den Wochenenden absolvieren. Als Vorteil ist dabei auf alle Fälle zu erwähnen, dass alle Fluglehrer in der direkten Umgebung des Flugplatzes wohnen und somit flexibel in der Einteilung der Flugstunden waren. Grundsätzlich sollte man aber dennoch ca. 6-8 Monate für die Ausbildung bis zur Erlangung des Flugscheines einplanen. Bevor ich die praktische Ausbildung begann, absolvierte ich die Funkerprüfung und die theoretische Pilotenprüfung, wobei aber keine der beiden Prüfungen, aufgrund der tollen Vorbereitung durch unsere Fluglehrer, ein Problem für mich waren.
In der praktischen Ausbildung gibt es 3 Blöcke, wobei es nach jedem Block einen Checkflug (ein kleiner Prüfungsflug) mit einem Prüfer zu absolvieren gilt. Im ersten Ausbildungsblock ging es darum das Fliegen (Basic-Flying) zu erlernen, bevor man im zweiten Block fast schon einen Drehschwindel durch die 50-60 Platzrunden, die man abspulen muss, um das richtige „Landen“ und „Starten“ zu beherrschen, bekam. Im zweiten Block erfolgt ein Highlight der Ausbildung, der erste Alleinflug, an den man sich immer erinnern wird ;-)! Dieses Gefühl muss man selbst erlebt haben, deswegen werde ich an dieser Stelle nicht mehr verraten. Nach der Zwischenprüfung des 2. Ausbildungsblocks ging es nun endlich in die Ferne. Man lernt in unzähligen Flügen, die mir in meinem Fall sogar einmal eine frische Fischplatte in Portoroz bescherte, das Navigieren. Dann kam der mit Spannung erwartete Tag des Dreiecksflugs. Hier müssen 3 Flugplätze/Flughäfen alleine angeflogen werden, wobei dabei eine Gesamtflugstrecke von mehr als 300km geflogen werden muss. Als ich nach diesem spannenden Erlebnis in Punitz landete war ich sehr stolz, es ohne Probleme und vor allem alleine geschafft zu haben. Nach dem Dreiecksflug folgt noch eine weitere tolle Erfahrung: Die Einweisung in den Nachtsichtflug. Wenn man dann den Dreiecksflug und die Nachsichtflüge hinter sich hat, kommt der Tag der praktischen Prüfung.
Die Highlights in meiner Ausbildung sind auf alle Fälle der erste Alleinflug und die Alpeneinweisung (hier wurde eine Überquerung des Alpen-Hauptkamms und das Fliegen im Gebirge geübt, wobei man unsere wunderschönen Alpen einmal aus der Luft näher betrachten konnte). Mittlerweile bin ich seit ca. eineinhalb Jahren stolzer Besitzer der PPL-Lizenz und war schon in einigen Teilen Europas und Österreichs unterwegs. Neben etlichen Rundflügen mit Verwandten und Freunden (übrigens eignen sich Rundflüge hervorragend als Geschenke, da man auch selbst als Pilot davon profitieren kann und natürlich die Faszination des Fliegens weitergeben kann!) besuchte ich den einen oder anderen Flugplatz/Flughafen Österreichs (Zell am See, Mariazell, Klagenfurt, Salzburg) oder auch solche in Slowenien und Kroatien. Meine weiteste Destination bis jetzt war der Flug auf die griechische Insel Korfu im Sommer 2010 – ein Erlebnis der Extraklasse!!
Ich bin sehr froh, dass ich die Mühen der Ausbildung auf mich genommen habe, denn es lohnt sich auf jeden Fall, spätestens wenn man wieder zum nächsten Flugabenteuer abhebt!